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Peter Eötvös - Fermata für Ensemble
Der 2024 leider viel zu früh verstorbene Péter Eötvös war Dirigent, Komponist und Lehrer und eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Musikgeschichte. So schrieb er Bühnen-, Orchester- und Ensemblewerke, publikumsnah und verständlich, dementsprechend regelmässig kommen sie auf den Bühnen und Konzertpodien zur Aufführung. Zunehmende gesellschaftliche Spannungen beschäftigten Peter Eötvös seit jeher, nicht nur in seinem persönlichen Leben, auch liess er seine Gedanken und seine Besorgnis kompositorisch in zahlreiche seiner Werke einfliessen. Fermata, in den Jahren 2020/2021, also in düsteren Covid-Zeiten enstanden, ist ein solches. Ein Concerto für 15 Musiker:innen, die unter Einhaltung vorgegebener Abstandsregeln voneinander sitzen oder auch stehen. Musikalisch verpackt tragen sie eine Art Zeitbericht vor, aus Tagen und Jahren, in welchen das gewohnte Leben plötzlich zum Stillstand kam, etwas chaotisch weiterging, um gleich wieder unsanft ausgebremst zu werden. Diese Jahre sind zwar Geschichte, die Thematik taucht jedoch immer wieder in unterschiedlichen Formen auf, beschäftigt und erhitzt die Gemüter. Eingeladen sind wir mit Fermata also jegliche Spannungen in unserer Gesellschaft zu überdenken und immer wieder neu zu beleuchten. Eine weitere Gelegenheit dazu bietet sich am 18.04. und am 19.04. in Basel im Gare du Nord mit dem Ensemble Phoenix Basel unter der Leitung von Jürg Henneberger.
George Gershwin - Porgy and Bess
Möglichst authentisch wollte George Gershwin sein und mit Porgy and Bess eine American Folk Opera schaffen, die das wirkliche Leben der Afroamerikaner in der Schwarzensiedlung Catfish Row in Charleston um 1870 schildert. Im Mittelpunkt der Handlung steht der körperlich behinderte Porgy, der die schöne Bess bei sich aufnimmt, nachdem ihr Mann Crown einen Mord begangen hat und sich auf der Flucht befindet. Porgy und Bess verlieben sich ineinander, Crown fordert im weiteren Verlaufe der Handlung seine Frau mit Gewalt zurück, hat jedoch letztendlich im erbitterten Kampf mit Porgy das Nachsehen. Die Grenzen zwischen Musical und Oper sind fliessend, das Werk vereint Elemente aus dem Spiritual, Blues, Jazz und aus der europäischen klassischen Musik in sich und sprengt damit den Rahmen einer klassischen Oper. Zahlreiche Gesangsnummern aus dem Werk wie etwa das legendäre Summertime sind weltbekannt und haben nicht nur unter Klassikfreunden Kultstatus erlangt. Eine Geschichte um Liebe, Hass, Eifersucht und Diskriminierung verpackt in eine grandiose, gross angelegte Musik, welche am 15.04. und 16.04. in einer konzertanten Umsetzung im Stadtcasino Basel zu hören und zu geniessen sein wird - mit dem Sinfonieorchester Basel, dem Chor Theater Basel und mit den Basler Madrigalisten unter der Leitung von Wayne Marshall.
Bohuslav Martinů - Partita (Suite I) für Streichorchester
Geprägt durch Vielfalt ist Bohuslav Martinůs Schaffen, so finden sich in seinen Werken Verweise auf den französischen Impressionismus, den amerikanischen Jazz aber auch Anleihen an die Renaissance und an den Barock, Grundkonstanten sind jedoch immer erkennbar. Bemerkenswert differenziert ist Martinůs Rhythmik, die eine reizvolle Spannung zwischen regelmässigen und unregelmässigen Elementen sowie ständige Taktwechsel hervorbringt. Die Harmonik ist relativ traditionell, zeigt jedoch eine ganz eigene Ausprägung, es entstehen komplett neue Zusammenhänge und Klangfarben, das Festhalten an einer erweiterten Tonalität schliesst aber teilweise harsche Dissonanzbildungen nicht aus. Herkömmlichen Formen zieht Martinů freieren, rhapsodischen Mustern vor, der Fokus seiner Musik ist nicht so sehr thematisch, sondern vielmehr von Motiven geprägt, die einer vielschichtigen Verwandlung unterzogen werden. Nach wie vor wird diese Musik in den Konzertsälen ausserhalb Tschechiens leider viel zu selten gespielt auch in der Schweiz, obwohl Bohuslav Martinů seine letzten Lebensjahre in Basel verbracht hatte. Verpasst wird damit die Chance, in den Genuss einer ausnehmend prachtvollen Klangentfaltung, auch eines ganz eigenen Idioms zu kommen. Für diesen besonderen Moment wird das junge Kammerorchester musica movendi noch im März mit der Partita für Streichorchester, einer Folge von stilisierten Tanzsätzen sorgen. Zu hören und erleben wird ein virtuoses, folkloristisch inspiriertes Stück, dessen gezupfte und gestrichene Passagen ein weit gespanntes Klangnetz knüpfen. Am 28.03. und am 29.03. in Bern unter der Leitung von Adrian Häusler.
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Grażyna Bacewicz - Konzert fur Streichorchester
Nicht nur in Polen gilt Grażyna Bacewicz nach wie vor als bedeutende Pionierin der Moderne, dabei präsentierte sie sich in kreativer Hinsicht stets ausgesprochen unabhängig und befreit von jedweden Zeitgeistphänomenen oder Dogmen. Avantgardistischen Strömungen stand sie genauso unbeeindruckt gegenüber wie einem herkömmlichen Neoklassizismus, vielmehr strebte sie nach einer möglichst harmonischen Verbindung von Tradition und Moderne. Der schönste Beweis dafür findet sich im Konzert für Streichorchester wieder, welches gemeinhin als Grażyna Bacewiczs Opus magnum angesehen und sogar als ihre „Neunte Symphonie“ bezeichnet wird. Es ist zweifellos eines der bedeutendsten Werke der polnischen Musik des 20. Jahrhunderts und eines der wenigen zeitgenössischen Werke, welches es immer wieder in die Programme grosser und auch kleinerer Konzertveranstalter:innen schafft. Eine Musik, die gleichermassen kraftvoll und zart ist, Witz und Lebensfreude versprüht, dabei aber nie beliebig wirkt. Ein weiteres Mal zu geniessen ist das Werk noch in diesem ausklingenden März mit dem Zürcher Kammerorchester unter der Leitung von Marzena Diakun - am 24.03. in Zürich in der Tonhalle am See.
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Erich Wolfgang Korngold - Konzert D-Dur für Violine und Orchester
Von Kritikern seinerzeit gönnerhaft als ‚Hollywood-Concerto’ bezeichnet, hat das Violinkonzert des Oscar-preisgekrönten Komponisten Erich Wolfgang Korngold doch sehr viel mehr zu bieten. Ein Potpourri der schönsten Leinwandhits ist dieses dreisätzige Orchesterstück allemal, die Erzählstränge feingliedrig, lieblich, aber auch aggressiv und durchaus wuchtig miteinander verknüpft, zählt es jedoch zu den spätromantischen Meisterwerken schlechthin. Seinerzeit von der Presse nicht gut aufgenommen und dem entsprechend ausbleibendem Erfolg, wird das Stück heute mehr und mehr geschätzt, gespielt und gehört mittlerweile zum Standardrepertoire. Ein unschlagbar schwelgerisches, jedoch nicht kitschiges Stück Musik, von zahlreichen Solist*innen in der Vergangenheit auf ganz unterschiedliche Art und Weise interpretiert, darf man nun auf die Auslegung von Liza Ferschtman gespannt sein. Am 18.03. im Kongresshaus Biel gemeinsam mit dem Sinfonieorchester Biel Solothurn unter der Leitung von François Lopéz-Ferrer..
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Viktor Ullmann - Der Kaiser von Atlantis
Zu einem der eindringlichsten Werke des 20. Jahrhunderts zählt die einaktige Kammeroper Der Kaiser von Atlantis, welche 1942-1943 im Konzentrationslager Theresienstadt entstand. Der Komponist Viktor Ullmann und der Librettist Peter Kein, beide Häftlinge in Theresienstadt, erzählen darin die Parabel eines Herrschers, der zum ‘Krieg aller gegen alle’ ausruft, bis der Tod sich selbst widersetzt und in Streik tritt. Plötzlich kann niemand mehr sterben, dem Kaiser droht der komplette Machtverlust. Nur wenn er selbst zu sterben bereit wäre, würde der Tod seinen Dienst wieder aufnehmen. Geprobt wurde das Werk im Lager, zur Aufführung kam es damals selbstredend nicht, beide Künstler wurden 1944 in Auschwitz ermordet. In seiner Partitur vereint Ullmann klassische und populäre Stile zu einer faszinierenden Klangsprache, die an Kurt Weills Kabarettmusik oder an eine frühe Phase Arnold Schönbergs erinnert. Mit überdreht traurigem Humor, musikalischer Schwerelosigkeit, tänzerischen Rhythmen und bekannten Melodien ist mit diesem Werk ein eindringliches Beispiel für Mut und Widerstand in Zeiten grösster Dunkelheit hinterlassen worden. Ein erschütternd-zeitloses Zeitdokument gegen Kriegstreiber und Despotismus schlechthin, welches in dieser laufenden Saison sicherlich auch mit einem Blick auf aktuelle Geschehnisse weltweit am Grand Théatre de Genève programmiert worden ist: Am 14.03. und am 15.03. auf der Bühne der Comédie de Genève mit dem Ensemble Contrechamps unter der Leitung von Marc Hajjar.
György Ligeti - Ramifications
Ein fast schon unsterbliches Meisterwerk ist Ramifications für Streichorchester oder 12 Solostreicher von György Ligeti, das kompositorisch eine Weiterentwicklung weg von statischen zu durchbrochenen und beweglichen Klangbildern darstellt. Ramifications, zu Deutsch Verästelungen, bezieht sich auf die polyphone Technik der Stimmführung: Die Einzelstimmen bewegen sich in unterschiedliche Richtungen, finden in raren Momenten wieder zueinander und bewirken so ein Wechselspiel aus Vereinigung und Verästelung in der Musik. Dadurch dass eine Streichergruppe einen Viertelton tiefer gestimmt ist als die andere, entsteht ein vibrierendes Netz aus 24 Tonhöhen, die daraus resultierende Musik ist jedoch nicht vierteltönig, zu hören sind lediglich kleinere mikrotonale Abweichungen. Dieses anspruchsvollen Werkes annehmen wird sich die Zuger Sinfonietta am 07.03. im Theater Casino Zug und am 08.03. im Lorzensaal in Cham unter Leitung von Jascha von der Goltz.
György Kurtág - 4 Capriccios für Sopran und Kammerorchester
Zu den ganz grossen lebenden Komponisten der Gegenwart zählt György Kurtág, der derselben Generation wie Karlheinz Stockhausen oder Pierre Boulez angehört. Seine Popularität reicht jedoch weit über den Kreis des manchmal auch etwas radikalen Avantgarde-Zirkels hinaus. Er ist Vertreter einer zeitlosen Musik, die Tradition und Moderne vereint. Seine Werke sind ein Aufruf, hinzuhören, nachzudenken, zu fühlen und dienen als eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Von einer aussergewöhnlichen Reduktion geprägt ist die Musik, so hochkonzentriert und dicht wie György Kurtág komponiert niemand. Oft dauern seine Werke nur wenige Minuten, manchmal nur Sekunden und weisen dennoch unglaublich viel Tiefe auf. Jedes Stück ist ein kleines Universum voller Botschaften und Bezüge zu anderen Komponisten von Bach bis Ligeti, zu Literatur, unermüdlich dreht er das einmal Geschaffene um, beleuchtet es neu, ändert und knüpft an. Kurz: Mit seiner reduzierten Kunst stösst er auf die Begeisterung von Publikum und Kolleginnen. Am 19. Februar ist György Kurtág 100 Jahre alt geworden, wir gratulieren nachträglich. Zahlreiche Orchester und Ensembles erweisen ihm zu diesem Anlass in dieser Saison eine Extra-Reverenz, auch das Collegium Novum Zürich mit 4 Capriccios für Sopran und Kammerorchester auf Texte von István Bálint. Auch dieses Werk gilt als ein zentrales, hochkomplexes der neuen Musik, das durch extreme Verdichtung, feine Klangnuancen und virtuose Anforderungen an Stimme und Ensemble besticht. Die nächste Gelegenheit, sich mit dieser reichen Klangwelt vertraut zu machen, bietet sich am 26.02. in Radiostudio Brunnenhof in Zürich.
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Paul Hindemith - Cardillac
Wer bei Cardillac Schmuckstücke erwirbt, lebt gefährlich. So sehr hängt der passionierte Goldschmied an seinen selbst gestalteten und geschaffenen Preziosen, ja geradezu besessen ist er von ihnen, dass er nach dem Verkauf alles daran setzt, die Kunstwerke wieder zurückzubekommen, auch wenn dafür das eine oder andere Menschenleben geopfert werden muss. Paul Hindemith und sein Librettist Ferdinand Lion griffen für ihre Oper Cardillac auf E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Das Fräulein von Scuderi“ zurück, in welcher ein Kriminalfall in Form einer psychopathologischen Studie beleuchtet wird und von Versuchung, Sucht, Gier und Künstlertum handelt. Hindemith hat diesen Plot in sein Werk, das 1926 uraufgeführt wurde, in drei Akte komprimiert, mit knapp zwei Stunden ist Cardillac damit eine eher kurze, aber auch kurzweilig gehaltene Oper. Stilistisch kann Cardillac dem neobarocken Stil zugeordnet werden: Das Orchester ist klein besetzt, die Pantomime am Ende des ersten Akts ist als Concertino für zwei Flöten angelegt, das Duett von Cardillac und seiner Tochter als Fuge. Die Musik ist mitreissend, sehr klangvoll und nicht wirklich sperrig, was man vom Libretto nicht unbedingt behaupten kann. Diese beiden Ebenen in einer Inszenierung überzeugend und verständlich auf die Bühne zu bringen ist eine Herausforderung, welcher man sich nun in dieser Saison am Opernhaus Zürich gestellt hat, nach wie vor stellt. Die viel umjubelte Première ist bereits am 15.02. über die Bühne gegangen, zahlreiche Folgeaufführungen sind bis in den März hinein angesetzt. Geboten wird ein unterhaltsamer Psychokrimi selbstverständlich auf höchstem künstlerischen Niveau mit dem Orchester der Oper Zürich unter der Leitung von Fabio Luisi in einer Inszenierung von Kornél Mundruczó.
Henry Purcell - The Fairy Queen
Ein Sommernachtstraum ist nicht von ungefähr eines von William Shakespeares meistgespielten und auch vertonten Stücken: So inspirierend ist die Welt der Elfen und so unberechenbar-unbeständig die menschliche Liebe, dass der Stoff bis heute zu fesseln vermag. Die Semi-Oper The Fairy Queen von Henry Purcell beruht auf eben diesem Stoff des genannten Stückes und zeichnet sich dadurch aus, dass die gesprochenen Dialoge durch Gesang und Tanz erweitert wurden. Die virtuos verwobenen Geschichten des Stücks sind rasch erzählt: Die Hochzeit des Königspaares von Athen ist Anlass für den sommernächtlichen Reigen, davor sind drei Nächte angesagt, die in einem märchenhaften Wald verbracht werden dürfen. Hier regieren Titania und Oberon und der Kobold Puck. Zaubertränke machen die Runde, die Experimentierfreude wächst, Paare werden getauscht, kurz: Die Nacht im Wald setzt die Gesetze des Tages ausser Kraft, jede und jeder offenbart ganz eigene Träume und Sehnsüchte, so dass ein Raum voller neuer Möglichkeiten entsteht. Dieses opulente Fest wird nun einmal mehr als Wiederaufnahme bei Konzert und Theater St. Gallen gefeiert werden. Erstmals im Juni 2024 im Rahmen der St. Galler Festspiele auf dem Flumserberg in der freien Natur angesetzt, hätte das Naturidyll eigentlich als perfekte Kulisse gedient, um das muntere Treiben in The Fairy Queen haut-oder eben naturnah mitzuverfolgen. Hätte, denn Unwetter verbunden mit heftigen Gewittern machte den Veranstaltern förmlich einen Strich durch die Rechnung, so dass sogar drei Aufführungen abgesagt werden mussten. Nun wagt man in dieser Saison einen weiteren Anlauf und setzt mit der Indoor-Variante auf die sichere Karte. Wie herausfordernd es war, dieses gigantische Freiluftspektakel in einem geschlossenen Raum mit begrenzten Kapazitäten umzusetzen, zeigt der Trailer zu dieser Produktion sehr eindrücklich auf. Vom Resultat der Anstrengungen kann man sich nun ab dem 07.02.im Stadttheater St. Gallen überzeugen lassen - mit dem Sinfonieorchester St. Gallen unter der Leitung von Robert Howarth.
Schott journal
Wasser ist seit Jahrtausenden ein zentrales, vielschichtiges Motiv in der Kunst und in allen Kunstepochen, welches Leben, Reinheit, Vergänglichkeit aber auch ungebändigte Naturgewalt symbolisiert und somit eine gewisse Faszination ausübt, nicht zuletzt deshalb, weil es in der Natur als einziges Element in drei Aggregatszuständen vorkommt und damit in welcher Form auch immer beruhigend wirken, aber natürlich auch eine bedrohliche Atmosphäre erzeugen kann - kurz: Wasser ist der Ursprung allen Lebens und auch in der Kunst in vielerlei Formen präsent. Der Grund für die Popularität des Wassers als Motiv bei Kunstschaffenden liegt einerseits an seiner existenziellen und kulturellen Bedeutung für das menschliche Leben, andererseits an seinen physikalischen Eigenschaften mit den daraus resultierenden vielfältigen gestalterischen Möglichkeiten. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis die Redaktion des Schott journals dieses facettenreiche Element als Themenschwerpunkt in den Fokus stellen würde. Und man ist förmlich in die Weiten des umfangreichen Verlagskataloges passend zu der Thematik eingetaucht und mehr als fündig geworden. Eine ganze Reihe an Werken mit dem entsprechenden Themenbezug aus allen Epochen und Stilrichtungen werden in der neuen Ausgabe des Schott journals sehr ausführlich vorgestellt. Hinweise auf Uraufführungen weltweit, Neuerscheinungen und Einspielungen runden die Themenvielfalt auch dieser Ausgabe ab.
Frank Martin - Schweizer Fonogramm
Frank Martin bekannt für seine meisterhafte Verschmelzung unterschiedlicher Stile, schuf Werke, die Einflüsse der Barockmusik, der Romantik und des zwanzigsten Jahrhunderts vereinen. Besonders prägend war für ihn die Zwölftonmusik von Arnold Schönberg, die er auf subtile Weise in seine Kompositionen einarbeitete, ohne dabei den tonalen Bezug zu verlieren. Leider werden seine Werke auf den Konzertbühnen weltweit noch nicht so oft gespielt, wie sie es verdient hätten, mit Ausnahme der Schweiz natürlich, wo der Komponist anlässlich seines 50. Todestages 2024 und auch aktuell ein wahres Revival erlebt. Jüngst bei dem Label Schweizer Fonogramm eingespielt worden sind drei Schlüsselwerke von Frank Martin: Das Concerto pour 7 instruments à vent et orchestre mit einer mehr als ungewöhnlichen Besetzung - jedem der 7 Instrumente wird eine Bühne gegeben im regen Austausch untereinander aber natürlich auch mit dem begleitenden Orchester. In Études pour orchestre à cordes wiederum hat das Orchester seinen grossen Auftritt, und Polyptyque pour violon et 2 petits orchestres à cordes, inspiriert von einem mehrteiligen Altar, gilt als Meisterwerk des 20. Jahrhunderts und wird seit seiner Uraufführung 1973, weltweit regelmässig aufgeführt. Frank Martin bekam den Kompositionsauftrag zum 25-jährigen Bestehen des Internationalen Musikrats durch Yehudi Menuhin, der das Werk als Solist auch zur Uraufführung brachte. Eine CD-Einspielung der Extraklasse liegt nun vor und quasi als Supplément ist sie völlig verdient mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet worden. Wir gratulieren herzlich und sehen diesen Preis als ein starkes Plädoyer für mehr Frank Martin in den Konzertsälen dieser Welt.