Bohuslav Martinů - Partita (Suite I) für Streichorchester
Geprägt durch Vielfalt ist Bohuslav Martinůs Schaffen, so finden sich in seinen Werken Verweise auf den französischen Impressionismus, den amerikanischen Jazz aber auch Anleihen an die Renaissance und an den Barock, Grundkonstanten sind jedoch immer erkennbar. Bemerkenswert differenziert ist Martinůs Rhythmik, die eine reizvolle Spannung zwischen regelmässigen und unregelmässigen Elementen sowie ständige Taktwechsel hervorbringt. Die Harmonik ist relativ traditionell, zeigt jedoch eine ganz eigene Ausprägung, es entstehen komplett neue Zusammenhänge und Klangfarben, das Festhalten an einer erweiterten Tonalität schliesst aber teilweise harsche Dissonanzbildungen nicht aus. Herkömmlichen Formen zieht Martinů freieren, rhapsodischen Mustern vor, der Fokus seiner Musik ist nicht so sehr thematisch, sondern vielmehr von Motiven geprägt, die einer vielschichtigen Verwandlung unterzogen werden. Nach wie vor wird diese Musik in den Konzertsälen ausserhalb Tschechiens leider viel zu selten gespielt auch in der Schweiz, obwohl Bohuslav Martinů seine letzten Lebensjahre in Basel verbracht hatte. Verpasst wird damit die Chance, in den Genuss einer ausnehmend prachtvollen Klangentfaltung, auch eines ganz eigenen Idioms zu kommen. Für diesen besonderen Moment wird das junge Kammerorchester musica movendi noch im März mit der Partita für Streichorchester, einer Folge von stilisierten Tanzsätzen sorgen. Zu hören und erleben wird ein virtuoses, folkloristisch inspiriertes Stück, dessen gezupfte und gestrichene Passagen ein weit gespanntes Klangnetz knüpfen. Am 28.03. und am 29.03. in Bern unter der Leitung von Adrian Häusler.