György Kurtág - 4 Capriccios für Sopran und Kammerorchester

Zu den ganz grossen lebenden Komponisten der Gegenwart zählt György Kurtág, der derselben Generation wie Karlheinz Stockhausen oder Pierre Boulez angehört. Seine Popularität reicht jedoch weit über den Kreis des manchmal auch etwas radikalen Avantgarde-Zirkels hinaus. Er ist Vertreter einer zeitlosen Musik, die Tradition und Moderne vereint. Seine Werke sind ein Aufruf, hinzuhören, nachzudenken, zu fühlen und dienen als eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Von einer aussergewöhnlichen Reduktion geprägt ist die Musik, so hochkonzentriert und dicht wie György Kurtág komponiert niemand. Oft dauern seine Werke nur wenige Minuten, manchmal nur Sekunden und weisen dennoch unglaublich viel Tiefe auf. Jedes Stück ist ein kleines Universum voller Botschaften und Bezüge zu anderen Komponisten von Bach bis Ligeti, zu Literatur, unermüdlich dreht er das einmal Geschaffene um, beleuchtet es neu, ändert und knüpft an. Kurz: Mit seiner reduzierten Kunst stösst er auf die Begeisterung von Publikum und Kolleginnen. Am 19. Februar ist György Kurtág 100 Jahre alt geworden, wir gratulieren nachträglich. Zahlreiche Orchester und Ensembles erweisen ihm zu diesem Anlass in dieser Saison eine Extra-Reverenz, auch das Collegium Novum Zürich mit 4 Capriccios für Sopran und Kammerorchester auf Texte von István Bálint. Auch dieses Werk gilt als ein zentrales, hochkomplexes der neuen Musik, das durch extreme Verdichtung, feine Klangnuancen und virtuose Anforderungen an Stimme und Ensemble besticht. Die nächste Gelegenheit, sich mit dieser reichen Klangwelt vertraut zu machen, bietet sich am 26.02. in Radiostudio Brunnenhof in Zürich.

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