Henry Purcell - The Fairy Queen
Ein Sommernachtstraum ist nicht von ungefähr eines von William Shakespeares meistgespielten und auch vertonten Stücken: So inspirierend ist die Welt der Elfen und so unberechenbar-unbeständig die menschliche Liebe, dass der Stoff bis heute zu fesseln vermag. Die Semi-Oper The Fairy Queen von Henry Purcell beruht auf eben diesem Stoff des genannten Stückes und zeichnet sich dadurch aus, dass die gesprochenen Dialoge durch Gesang und Tanz erweitert wurden. Die virtuos verwobenen Geschichten des Stücks sind rasch erzählt: Die Hochzeit des Königspaares von Athen ist Anlass für den sommernächtlichen Reigen, davor sind drei Nächte angesagt, die in einem märchenhaften Wald verbracht werden dürfen. Hier regieren Titania und Oberon und der Kobold Puck. Zaubertränke machen die Runde, die Experimentierfreude wächst, Paare werden getauscht, kurz: Die Nacht im Wald setzt die Gesetze des Tages ausser Kraft, jede und jeder offenbart ganz eigene Träume und Sehnsüchte, so dass ein Raum voller neuer Möglichkeiten entsteht. Dieses opulente Fest wird nun einmal mehr als Wiederaufnahme bei Konzert und Theater St. Gallen gefeiert werden. Erstmals im Juni 2024 im Rahmen der St. Galler Festspiele auf dem Flumserberg in der freien Natur angesetzt, hätte das Naturidyll eigentlich als perfekte Kulisse gedient, um das muntere Treiben in The Fairy Queen haut-oder eben naturnah mitzuverfolgen. Hätte, denn Unwetter verbunden mit heftigen Gewittern machte den Veranstaltern förmlich einen Strich durch die Rechnung, so dass sogar drei Aufführungen abgesagt werden mussten. Nun wagt man in dieser Saison einen weiteren Anlauf und setzt mit der Indoor-Variante auf die sichere Karte. Wie herausfordernd es war, dieses gigantische Freiluftspektakel in einem geschlossenen Raum mit begrenzten Kapazitäten umzusetzen, zeigt der Trailer zu dieser Produktion sehr eindrücklich auf. Vom Resultat der Anstrengungen kann man sich nun ab dem 07.02.im Stadttheater St. Gallen überzeugen lassen - mit dem Sinfonieorchester St. Gallen unter der Leitung von Robert Howarth.