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Yürüyen Köşk
In keine Schublade lässt sich der türkische Komponist und Pianist Fazil Say stecken, und geht es um gesellschaftspolitische Themen, nimmt er kein Blatt vor den Mund. Dementsprechend sind ihm auch in musikalischer Hinsicht jegliche Berührungsängste fremd: Jazzrhythmen, Volksmusik und Dur-Moll-Tonalität finden in Fazil Says Schaffen einen Platz, seine Tonsprache ist mit Einflüssen der traditionellen arabischen Musik bis zu Techniken der europäischen Moderne unterlegt. Thematische Schwerpunkte bilden in zahlreichen seiner Werke sowohl die weiter zurückliegende und die jüngere Vergangenheit, als auch die aktuellen Entwicklungen seines Heimatlandes. Yürüyen Köşk schrieb er 2017 als Hommage an den türkischen Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk, dem Gründer der modernen Türkei, welcher in diesem Werk als Naturfreund gezeigt wird, liess er doch einst zur Rettung einer Platane sein Haus um mehrere Meter versetzen. In den Sog dieser höchst energiegeladenen musikalischen Anekdote ziehen lassen darf man sich vom reisefreudigen Kammerorchester Basel am 19.08. und am 20.08. anlässlich der Festivals in Stresa und in Meran in 'Bella Italia' unter der Leitung von Bar Avni.
George Gershwin - Concerto in F
George Gershwins vom Jazz inspirierte Rhapsody In Blue erlebte im Februar 1924 eine umjubelte Uraufführung, woraufhin sich der Dirigent Walter Damrosch ebenfalls ein Klavierkonzert von und mit George Gershwin wünschte und in Auftrag gab. Und so entstand das Concerto in F, welches nicht selten als die klassischste Komposition Gershwins bezeichnet wird, da es sich, anders als bei der Rhapsody In Blue, mit einem klaren dreisätzigen Konzertcharakter eng an die traditionelle Konzertform hält, die Verwendung von Jazz-Elementen jedoch konsequent weiterführt: Die pulsierenden Rhythmen, die synkopierte Melodik, die Ausdrucks-Chromatik, die gestopften Blechbläser, die Posaunen-Glissandi, das grosse Schlagwerk zeugen davon. Im Kopfsatz feiert Gershwin das moderne, vom Charleston-Fieber gepackte Amerika, der langsame Moll-Satz ist vom Blues inspiriert, und das Finale, eine Art Charleston-Rondo, gerät zu einer »Orgie von Rhythmen«, wie es der Komponist selber beschrieb. Die Uraufführung des Concerto in F im Dezember 1925 in New York – wieder mit Gershwin persönlich am Klavier – war erneut ein Riesenerfolg. Kein Geringerer als Igor Strawinsky sprach von einem Meisterwerk, welches nun einmal mehr auch in Luzern anlässlich des bevorstehenden Lucerne Festivals zu Ehren kommt: Am 14.08. mit dem Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Riccardo Chailly, am Klavier kein geringerer als Frank Dupree.
Luigi Dallapiccola - Piccola Musica Notturna
Mit seiner Piccola musica notturna schuf Luigi Dallpiccola eine „Kleine Nachtmusik“ des 20. Jahrhunderts, deren Struktur weit mehr von nächtlicher Atmosphäre zeugt als Mozarts gleichnamige Streicherserenade. In einem mehr als ruhigen Tempo tauschen drei solistische Holzbläser zarte Kantilenen aus, die von drei Streichinstrumenten sekundiert werden. Celesta und Harfe färben den Klang im Wechsel schattenhaft oder nächtlich dunkel ein. Das einsätzige Stück wurde 1968 komponiert und gehört damit in die dritte und letzte Schaffensphase des italienischen Komponisten. Sein lebenslanges Bekenntnis zu humanitären Aspekten, welche in vor allem in die Oper Il prigioniero eingeflossen sind, und die selbständige Aneignung der Zwölftontechnik sind Merkmale seines Schaffens. Der Partitur vorangestellt ist ein Gedicht von Antonio Machado mit dem Titel „Sommernacht“, und tatsächlich spiegelt Dallapiccolas Musik den magischen Realismus dieses Gedichtes wider, indem sie dessen traumhafte und übersinnliche Dimensionen hinter einer nüchternen Fassade aufzeigt. Klangfarben und Dynamik spielen daher eine entscheidende Rolle in der Konzeption dieses Stücks, nicht zu vergessen der melodische Aspekt, der vollständig auf kleinen chromatischen Intervallen basiert und fast ausschliesslich aus der von der Klarinette in den ersten drei Takten vorgestellten Phrase hervorgeht: Diese Phrase wird mehrfach von verschiedenen Instrumenten aufgegriffen, in ihrer ursprünglichen Form oder umgekehrt, vollständig oder in Fragmenten, nach Verfahren, die von der Zwölftonmusik abgeleitet sind. Freuen darf man sich auf eine aussergewöhnliche Klangreise mit dem Jugend-Sinfonie Orchester Aargau am 09.08. in Boswil, am14.08. in Zürich, am 16.08. in Aarau und am 21.08. in Lenzburg unter der Leitung von Hugo Bollschweiler.
Funktion
Vereinigter Bühnen-und Konzert-Vertrieb
Exklusivvertretung der Musikverlage Schott Music,
Universal Edition und diverser Subverlage
Weitere Informationen
Aufführungen
Mittwoch,
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