News

Erich Wolfgang Korngold - Eine Musik zu Shakespeares 'Viel Lärmen um nichts'

Das bemerkenswerte Revival, welches die Musik Erich Wolfgang Korngolds in den vergangenen Jahren erlebt, umfasst erfreulicherweise auch schlanker gehaltene Konzertwerke. Korngold, einst als Wunderkind in Wien gefeiert, während des Nationalsozialismus in die Vereinigten Staaten emigriert, machte sich im amerikanischen Exil vornehmlich als Komponist von Filmmusiken einen Namen, ein Genre, welches er förmlich revolutioniert hatte. Insbesondere seine Schauspielmusiken kann man als Vorläufer seiner passgenau inspirierten Kompositionen für das Kino ansehen. Einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat seine Musik zu Shakespeares Viel Lärmen um Nichts. Diese durchaus eigenständige Komposition folgt der Tradition der klassischen Bühnenmusik, wobei Korngold hier selbstbewusst eigene, allerdings stets der Handlung entsprechende Akzente setzt. Der Komponist geht allerdings noch über die traditionell mehr als Lückenfüller bestimmte Funktion hinaus, indem er auch gesprochene Passagen in Form eines Melodrams einwebt ganz der jeweiligen Stimmungslage des Textes folgend. Insgesamt trägt diese Schauspielmusik der heiteren Grundstimmung der Komödie Rechnung. Die quirlig originelle Musik ist aber auch ohne das Theaterstück, als reines Konzertstück durchaus reizvoll und unterstreicht in den insgesamt 17 Nummern den Einfallsreichtum Korngolds. Auszüge aus dieser Musik aufgeführt werden am 23.10. vom Ensemble 900 unter der Leitung von Francesco Bossaglia in der Aula des Conservatorio della Svizzera Italiana.

Weiterlesen …

Joseph Martin Kraus - Incidental Music to Olympie

Ein deutscher Zeitgenosse Mozarts war der Komponist Joseph Martin Kraus, der den grössten Teil seiner kurzen Karriere am schwedischen Hofe Gustavs III. in Stockholm verbrachte. Seine unter anderen auch von Joseph Haydn und Gluck bewunderte Musik, zeichnet sich durch eine feurige, leidenschaftliche Qualität aus, die oft mit dem Haydn der frühen 1770er Jahre, der sogenannten Sturm und Drang-Zeit verglichen wird. Doch obwohl offensichtliche Parallelen zu Haydn erkennbar sind, ist seine Musik der 1780er Jahre stilistisch fortgeschrittener; man kann diesen Stil vielleicht besser als Teil der norddeutschen symphonischen Tradition betrachten. 1782 für eine schwedische Adaption der gleichnamigen Tragödie von Voltaire in d-Moll komponiert, handelt es sich bei Incidental Music to Olympie um eine klassische Schauspielmusik für Orchester, bestehend aus 7 Sätzen - Ouvertüre, Marsch sowie Zwischen- und Nachaktmusiken. Mit 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotten, 2 Hörnern und Streichern eher klein besetzt, ist es einem Klangkörper nichtsdestotrotz möglich, einen ausdrucksstarken, dunklen und dramatischen Ausdruck zu erzeugen. Keiner echten Tragik weicht die Musik aus, verbindet hochemotionale Ausbrüche mit eleganter klassischer Formstrenge und unterstreicht Kraus’ Ruf als eigenständiger „schwedischer Mozart“. Auf internationaler Tournee unterwegs ist das Kammerorchester Basel mit diesem bemerkenswerten Stück im Oktober, Dezember und im Januar, den Auftakt bildet die Aufführung am 20.10. in Den Haag unter der Leitung von Kristian Bezuidenhout.

Weiterlesen …

Arnold Schönberg - Moses und Aron

Wie keine zweite steht die Oper Moses und Aron von Arnold Schönberg für den Aufbruch in das Neue und Unbekannte, die Frage nach Gott und dem Absoluten, das Ringen um Ausdrucksform und musikalische Sprache. Mehr noch ist das Werk eines der gelungensten Versuch Schönbergs Moses und Aron seine philosophischen Überlegungen mit seiner Kunst zu verbinden. Es ist ein Werk, das auf vielen verschiedenen Ebenen betrachtet werden kann: als Beispiel für sein Zwölftonsystem, als biblischer Kommentar oder als Versuch, die Probleme zu ergründen, mit denen das Judentum in der modernen Welt konfrontiert ist. Zur Handlung so viel: Moses wird vom biblischen Gott damit beauftragt, das Volk Israel von falschen Göttern und aus der ägyptischen Knechtschaft zu befreien. Da Moses sich dem Auftrag zuerst verweigert, stellt ihm Gott seinen Bruder Aron zur Seite. Und so kämpfen die ungleichen Brüder in der Wüste um die Vermittlung des nicht wirklich Vermittelbaren und um die Befreiung des Volkes aus Unmündigkeit und politischer Knechtschaft. Aron mit wohlformulierter Rede, mit Tanz und Ekstase, während Moses um Ausdruck und Reinheit seiner religiösen Vision ringt, um verzweifelt zu folgern: »O Wort, du Wort, das mir fehlt!« Mit diesem Satz endet die Oper, die Arnold Schönberg mit seinem Tod 1951 nach über zwanzig Jahren der Beschäftigung unvollendet hinterliess. Moses und Aron ist ein im besten Sinne herausforderndes Schlüsselwerk des Musiktheaters, ein stilistisch enorm vielschichtiges Werk mit Sprechgesang, gewaltigen Chören und faszinierenden Klangbildern aus polyphonen Stimmführungen, abwechslungsreicher Instrumentation und abgestufter Dynamik. Ab dem 03.10. zu sehen und zu hören ist die Oper am Theater Basel mit dem Sinfonieorchester Basel unter der Leitung von André de Ridder.

Weiterlesen …

Funktion

Vereinigter Bühnen-und Konzert-Vertrieb
Exklusivvertretung der Musikverlage Schott Music,
Universal Edition und diverser Subverlage
Weitere Informationen

Aufführungen

Samstag,

Joseph Martin Kraus

Incidental Music to 'Olympie' for Orchestra
Mit dem Kammerorchester Basel
Dirigent/chef d'orchestre: Kristian Bezuidenhout
SolistIn:
Zürich (Tonhalle am See)

Samstag,

Frank Martin

Concerto für 7 Blasinstrumente, Pauken, Schlagzeug und Streichorchester
Mit dem Orchester der Hochschule der Künste Bern
Dirigent/chef d'orchestre: Bas Wiegers
SolistIn:
Biel (Volkshaus)

Samstag,

David Maslanka

Symphony No. 4
Mit dem Nationalen Jugendblasorchester der Schweiz
Dirigent/chef d'orchestre: Sandro Blank
SolistIn:
Aarau (Alte Reithalle)

© 2026 | MUSIK UND VERLAGE GMBH | Kalkbreitestrasse 10 | 8003 Zürich
+41 43 499 86 60 |