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Arnold Schönberg - Moses und Aron
Wie keine zweite steht die Oper Moses und Aron von Arnold Schönberg für den Aufbruch in das Neue und Unbekannte, die Frage nach Gott und dem Absoluten, das Ringen um Ausdrucksform und musikalische Sprache. Mehr noch ist das Werk eines der gelungensten Versuch Schönbergs Moses und Aron seine philosophischen Überlegungen mit seiner Kunst zu verbinden. Es ist ein Werk, das auf vielen verschiedenen Ebenen betrachtet werden kann: als Beispiel für sein Zwölftonsystem, als biblischer Kommentar oder als Versuch, die Probleme zu ergründen, mit denen das Judentum in der modernen Welt konfrontiert ist. Zur Handlung so viel: Moses wird vom biblischen Gott damit beauftragt, das Volk Israel von falschen Göttern und aus der ägyptischen Knechtschaft zu befreien. Da Moses sich dem Auftrag zuerst verweigert, stellt ihm Gott seinen Bruder Aron zur Seite. Und so kämpfen die ungleichen Brüder in der Wüste um die Vermittlung des nicht wirklich Vermittelbaren und um die Befreiung des Volkes aus Unmündigkeit und politischer Knechtschaft. Aron mit wohlformulierter Rede, mit Tanz und Ekstase, während Moses um Ausdruck und Reinheit seiner religiösen Vision ringt, um verzweifelt zu folgern: »O Wort, du Wort, das mir fehlt!« Mit diesem Satz endet die Oper, die Arnold Schönberg mit seinem Tod 1951 nach über zwanzig Jahren der Beschäftigung unvollendet hinterliess. Moses und Aron ist ein im besten Sinne herausforderndes Schlüsselwerk des Musiktheaters, ein stilistisch enorm vielschichtiges Werk mit Sprechgesang, gewaltigen Chören und faszinierenden Klangbildern aus polyphonen Stimmführungen, abwechslungsreicher Instrumentation und abgestufter Dynamik. Ab dem 03.10. zu sehen und zu hören ist die Oper am Theater Basel mit dem Sinfonieorchester Basel unter der Leitung von André de Ridder.
Noriko Koide - Swaddling Silk and Gossamer Rain
Eine ganz eigene Klangwelt erschafft die 1982 geborene Noriko Koide in ihren Kompositionen, in welchen Alltagsgeräusche ebenso eingebaut sind wie auch herkömmliche Orchesterklänge und welche zwischen westlicher Tradition und fernöstlicher Ästhetik angelegt sind. Intensiv auseinandergesetzt hat sich die Komponistin neben ihrem klassischen Kompositionsstudium mit javanischer Gamelan-Musik. In ihrem Orchesterstück Swaddling Silk and Gossamer Rain, tröpfelt, rauscht und wogt es, das Geräusch raschelnder Seide vermischt sich mit der Imitation fallender Regentropfen und traditionellen Orchesterklängen zu einer ungewöhnlichen musikalischen Melange: filigran und poetisch zugleich. Angeregt wurde Noriko Koide zu diesem 2022 entstandenen Werk durch eine Novelle der etwa gleichaltrigen japanischen Schriftstellerin Mariko Asabuki. Swaddling Silk and Gossamer Rain weist alle Merkmale von Koides einzigartigem Kompositionsstil auf und bezieht seine Kraft aus dem Unausgesprochenen. Der poetische Titel des Werks deutet auf dessen Form hin: Aus ruhenden Klängen entwickelt sich langsam eine Dynamik, wobei Koide grosszügige musikalische Gesten nur sparsam einsetzt. Rhythmisch akzentuierte Bewegungen werden behutsam hinzugefügt, wie zarte Pinselstriche auf einer Leinwand. In der Schweizer Erstaufführung wird dieses inspirierende Werk am 30.09. in Genf und am 01.10. in Lausanne mit dem Orchestre de la Suisse Romande unter der Leitung von Elim Chan zu hören sein.
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Frank Martin - Der Sturm
Der Sturm, gegen Ende seines Lebens entstanden, erweist sich als eines von Frank Martins einfallsreichsten Werken. Der Komponist hat all seine Erfahrungen gebündelt, um den schillernden Facetten des Originalstücks von William Shakespeare voll und ganz gerecht zu werden. Als wesentliches Merkmal von Martins Stil verbindet die Oper das serielle Denken mit der rhythmischen Klarheit und der ungezwungenen Lyrik, um eine Tendenz zur Strenge auszugleichen. Trotz des Verzichts auf Theatralik und des einfallsreichen Umgangs mit einem grossen Orchester beeindruckt die menschliche Charakterisierung der Hauptfiguren, in der Anspielungen auf „Alte Musik“ und Jazz mühelos in eine Partitur eingeflochten sind, deren zehn Szenen von wenigen Minuten bis zu fast einer halben Stunde reichen, perfekt eingerahmt von einer stimmungsvollen Ouvertüre und dem transzendenten Epilog. Eine Besonderheit des Werks: Um Ariel, dem verzauberten Luftgeist, seine märchenhafte Übersinnlichkeit zu verleihen, verteilt Frank Martin seine Stimme auf einen entfernten Chor, begleitet von einem kleinen Orchester, in dem ein Cembalo funkelt, inmitten luftiger, flüchtiger und spritziger Klänge. Dem Komponisten ist es meisterhaft gelungen, bereits zu Beginn der Ouverture eine bezaubernde Magie zu kreieren, die auf der Insel herrscht, auf die Prospero seine Feinde gelockt hat. In diese mytsische Welt entführen lassen darf man sich ab dem 16.09. in der Produktion des Grand Théâtre de Genève mit dem Orchestre de la Suisse Romande unter der Leitung von Thierry Fischer.
Funktion
Vereinigter Bühnen-und Konzert-Vertrieb
Exklusivvertretung der Musikverlage Schott Music,
Universal Edition und diverser Subverlage
Weitere Informationen
Aufführungen
Samstag,
Sonntag,
Donnerstag,