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Bohuslav Martinů - Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 (3. Fassung)
Geprägt durch Vielfalt ist Bohuslav Martinůs Schaffen, so finden sich in seinen Werken Verweise auf den französischen Impressionismus, den amerikanischen Jazz aber auch Anleihen an die Renaissance und an den Barock, Grundkonstanten sind jedoch immer erkennbar. Bemerkenswert differenziert ist Martinůs Rhythmik, die eine reizvolle Spannung zwischen regelmässigen und unregelmässigen Elementen sowie ständige Taktwechsel hervorbringt. Die Harmonik ist relativ traditionell, zeigt jedoch eine ganz eigene Ausprägung, es entstehen komplett neue Zusammenhänge und Klangfarben, das Festhalten an einer erweiterten Tonalität schliesst aber teilweise harsche Dissonanzbildungen nicht aus. Herkömmlichen Formen zieht Martinů freieren, rhapsodischen Mustern vor, der Fokus seiner Musik ist nicht so sehr thematisch, sondern vielmehr von Motiven geprägt, die einer vielschichtigen Verwandlung unterzogen werden. Nach wie vor wird diese Musik in den Konzertsälen ausserhalb Tschechiens leider viel zu selten gespielt, auch in der Schweiz, obwohl Bohuslav Martinů seine letzten Lebensjahre in Basel verbracht hatte. Verpasst wird damit die Chance, in den Genuss einer ausnehmend prachtvollen Klangentfaltung, auch eines ganz eigenen Idioms zu kommen. Für diesen besonderen Moment wird das Tonhalle-Orchester Zürich mit dem Konzert für Violoncello und Orchester Nr.1 in der 3. Fassung sorgen. Ein farbenfrohes Allegro, ein expressives Andante und ein leichtfüssiges Finale 1930 angelegt als neoklassizistisches Concerto Grosso, 1955 in seiner 3. Fassung zum symphonischen Solistenkonzert ausgebaut - am 06.06. und am 07.06. in Zürich unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada, am Violoncello keine geringere als Sol Gabetta.
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Jörg Widmann - Viola Concerto
Ob als Klarinettist oder als Komponist – Jörg Widmann weiss dank seiner bemerkenswerten Originalität und Kreativität zu überzeugen, unermüdlich setzt er sich mit neuen Ideen und Ansätzen auseinander. Diese sind auch auf eine höchst fantasievolle Art und Weise in den Kompositionsprozess seines 2015 fertiggestellten Violakonzertes eingeflossen. Das Werk verlangt nicht nur dem Solisten, sondern auch dem Orchester ungewöhnliche Spieltechniken ab und verbindet unterschiedliche Ideen auf unkonventionelle Weise. Die erforderlichen Klänge werden in der Partitur durch neue Symbole und zusätzliche Anweisungen dargestellt, die Musik spannt eine emotionale Abfolge von Wut bis Trauer und reicht von krachenden Dissonanzen über schwebende Viola-Linien. Es wirkt, als schwebe die Musik zwischen zwei getrennten Welten, mal ist die Sprache überraschend experimentell und komplex, mal ist sie romantisch und lyrisch. Ein Werk aber auch, welches man sich nicht nur unbedingt an-, sondern auch ansehen sollte, denn der erste der fünf Sätze ist quasi als eine Art Konzertsaal-Szene angelegt, in welcher der Solist sich seinen Weg durch das Orchester physisch erobern muss und mit diesem einen kleinen Wettstreit austrägt. Doch selbst wenn diese visuelle Dimension fehlt, so besticht Widmanns Bratschenkonzert allein schon durch seine riesige musikalische Ausdruckspalette sowie den mitreissende Klangwelten. Erwarten darf man ein ungewöhnliches, frisches und einzigartiges Konzerterlebnis auch am 03.06.und am 04.06. in Genf mit dem Orchestre de la Suisse Romande unter der Leitung von Daniel Harding, an der Bratsche kein geringerer als Antoine Tamestit, welchem das Werk gewidmet ist.
Carl Orff - Carmina Burana
"O Fortuna! Velut luna": Der archaisch anmutende Eingangschor zu Carl Orffs Carmina Burana verfehlt seine Wirkung nie. Ein Hit, der auch immer wieder gerne einmal als musikalische Untermalung für Werbespots, bei Boxwettkämpfen und ähnlichen Veranstaltungen eingesetzt wird. Kurzum: An Kraft und Energie ist die Musik kaum zu überbieten. Carl Orffs weltberühmte Kantate beruht auf den in mittelhochdeutscher und lateinischer Sprache verfassten Texten einer mittelalterlichen Liedersammlung, die 1803 im Kloster Benediktbeuern entdeckt wurde. Bei einem Würzburger Antiquitätenhändler war Carl Orff 1934 auf eine Ausgabe dieser Sammlung gestossen, die ihn sofort in ihren Bann zog. Er wählte mehrere lateinische, altfranzösische und mittelhochdeutsche Texte aus und vertonte sie mit einer stark rhythmisch akzentuierten Musik. Sie erzählen von den fundamentalen Themen des Lebens, die über alle Zeiten und Kulturkreise hinweg Gültigkeit haben: Von Liebe und Lebensfreude, von Glück und Leid. Die Musik dazu war nur in Einzelfällen und ansatzweise überliefert, was es Orff ermöglichte, mit den Texten recht frei umzugehen und neue, mitreissende und tänzerische Rhythmen zu kreieren. Von einer geradezu raffinierten Schlichtheit ist das Chorwerk, aber es sind die nicht in einer europäischen Tradition verhafteten musikalischen Motive, die das Werk ausmachen. Im ebenso beeindruckenden KKL in Luzern wird dieses Monumentalwerk ein weiteres Mal zu hören sein: Am 26.05. mit dem Orchestra Filarmonica Pugliese und dem Chor Musikairos unter der Leitung von John Axelrod und Mi-Young Kim.
Funktion
Vereinigter Bühnen-und Konzert-Vertrieb
Exklusivvertretung der Musikverlage Schott Music,
Universal Edition und diverser Subverlage
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Aufführungen
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