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Frank Martin - Der Sturm
Der Sturm, gegen Ende seines Lebens entstanden, erweist sich als eines von Frank Martins einfallsreichsten Werken. Der Komponist hat all seine Erfahrungen gebündelt, um den schillernden Facetten des Originalstücks von William Shakespeare voll und ganz gerecht zu werden. Als wesentliches Merkmal von Martins Stil verbindet die Oper das serielle Denken mit der rhythmischen Klarheit und der ungezwungenen Lyrik, um eine Tendenz zur Strenge auszugleichen. Trotz des Verzichts auf Theatralik und des einfallsreichen Umgangs mit einem grossen Orchester beeindruckt die menschliche Charakterisierung der Hauptfiguren, in der Anspielungen auf „Alte Musik“ und Jazz mühelos in eine Partitur eingeflochten sind, deren zehn Szenen von wenigen Minuten bis zu fast einer halben Stunde reichen, perfekt eingerahmt von einer stimmungsvollen Ouvertüre und dem transzendenten Epilog. Eine Besonderheit des Werks: Um Ariel, dem verzauberten Luftgeist, seine märchenhafte Übersinnlichkeit zu verleihen, verteilt Frank Martin seine Stimme auf einen entfernten Chor, begleitet von einem kleinen Orchester, in dem ein Cembalo funkelt, inmitten luftiger, flüchtiger und spritziger Klänge. Dem Komponisten ist es meisterhaft gelungen, bereits zu Beginn der Ouverture eine bezaubernde Magie zu kreieren, die auf der Insel herrscht, auf die Prospero seine Feinde gelockt hat. In diese mytsische Welt entführen lassen darf man sich ab dem 16.09. in der Produktion des Grand Théâtre de Genève mit dem Orchestre de la Suisse Romande unter der Leitung von Thierry Fischer.
Jacques Offenbach - Les Contes d'Hoffmann
Eine regelrechte Knacknuss für jedes Theater ist die Umsetzung der fantastischen Oper Les Contes d’Hoffmann von Jacques Offenbach: Aus welcher Partitur, aus welcher Fassung soll gespielt werden, und soll das Wagnis eingegangen werden, eine einzige Sängerin für alle vier Frauenpartien zu besetzen, oder doch lieber umgekehrt. Wie auch immer: Das Werk ist eines der populärsten der Opernliteratur, basierend auf den meist exzentrischen Erzählungen von E.T.A. Hoffmann, welcher als unglücklich verliebter Dichter die Rolle des Hauptprotagonisten einnimmt und im Alltag und vor allem in Liebesbeziehungen verloren seinen inneren Reichtum erst am Schreibtisch zu entfalten vermag. In einem raffinierten Vexierspiel zwischen Realität und Imagination begegnet er seinen eigenen literarischen Figuren. Dieser wilde Mix aus Tragödie, Komödie und skurril Fantastischem wird ab dem 12.09. bei Konzert und Theater St. Gallen zum Saisonauftakt auf dem Programm stehen mit dem Sinfonieorchester St. Gallen unter der Leitung von Michael Zlabinger, in der Titelrolle kein geringerer als Rolando Villazon. Gespielt wird aus der erstklassigen und populären bei Schott Music herausgegebenen Fassung von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck.
Schott journal
Kunst gegen das Vergessen, so lautet das Credo nicht weniger Künstler:innen aus den darstellenden Künsten, Literatur und natürlich auch aus der Musik. Kriege, Terror, Totalitarismus, Teilung und Wiedervereinigung: Kunstschaffende setzen sich mit diesen Ereignissen, welche nicht zuletzt unsere Gesetze und Grundwerte geprägt haben und es nach wie vor tun, auseinander und halten die Erinnerung lebendig. In Zeiten wie diesen, in welchen Geschichtsklitterung, Rassimus und Antisemitismus weltweit zunehmen, setzt die Redaktion des Schott journals in der eben erst erschienen Herbstausgabe ein deutliches Zeichen und zeigt auf, dass Kunst nicht nur unterhalten, sondern auch aufrütteln und sensibilisieren kann. Auf ein breites Spektrum an Werken aus dem grossen Verlagskatalog bei Schott Music ist man auch zu dieser Thematik gestossen, im Detail vorgestellt werden sie in dieser Ausgabe, geliefert werden wertvolle Tipps für künftige Programmplanungen. Weiter runden Hinweise auf Uraufführungen weltweit, Neueinspielungen und wichtige Jubiläen die Themenvielfalt auch dieser Ausgabe ab.
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Vereinigter Bühnen-und Konzert-Vertrieb
Exklusivvertretung der Musikverlage Schott Music,
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