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Jean Sibelius - 3. Symphonie C-Dur
In den Jahren zwischen 1904 bis 1907 komponierte Jean Sibelius die 3. Symphonie, in einer Zeit also, in welcher sich der Künstler in Finnland bereits zu etablieren begonnen hatte. Während seine ersten beiden Sinfonien mehr oder weniger als nationalromantisch bezeichnet werden können, entzieht sich die dritte jeglicher Kategorisierung. Sie ist zweifellos ein Übergangswerk, eine Tendenz zu einer Art Klassizismus wurde ihr in zahlreichen Konzertbesprechungen auch ab und an zugeschrieben. Der Grund für diese Charakterisierung liegt höchstwahrscheinlich im ersten Satz, dem Allegro moderato, der mit einer sicheren und natürlichen Grazie orchestriert ist. Die Form des Satzes entspricht beinahe ein wenig einer konventionellen Sonaten-Allegro-Form mit Exposition, Durchführung, Reprise und Coda, auch wenn etwas unklar ist, wo genau ein Abschnitt endet und ein anderer beginnt. Ein klassisches Stilideal mit seinem zurückhaltenden Temperament und einer kammermusikalischen Charakteristik ist unverkennbar. Mit Ausnahme der vier Hörner und der drei Posaunen bedient sich Jean Sibelius des klassischen Wiener Orchesters, lässt die Streicher dominieren und beschränkt die Kraft der Blechbläser auf wenige Momente. Der erste Satz weist einen erhöhten, treibenden Puls und eine klare Richtung auf, der zweite Satz mit seiner pastoralen und meditativen Stimmung wiederum ist unkomplizierte Musik, während der dritte zu den verwegendsten Sätzen zählt, die Jean Sibelius bis zu diesem Zeitpunkt je geschaffen hatte. Dieses spannende Ringen zwischen verschiedenen Motivzellen, Harmonien und Rhythmen ist nun auf das Ende dieser Saison 2025/2026 mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von Thomas Adès zu erleben - am 24.06. und am 25.06. in der Tonhalle am See.
Dobrinka Tabakova - Schubert Arpeggione Sonata
Mit einem beeindruckenden Werkkatalog an Orchester-, Ensemble-, Kammermusik und Chorwerken zählt die bei Schott Music beheimatete bulgarische Komponistin Dobrinka Tabakova bereits zu einer der prägenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musik. Die musikalisch westliche Sozialisation macht sich in Tabakovas äusserst umfangreichem und preisgekröntem Schaffen mit einer Affinität zum Streicherklang mehr als nur bemerkbar, nichtsdestotrotz ist ihre ursprünglich osteuropäische Herkunft unüberhörbar. Keinerlei Berührungsängste zeigt Dobrinka Tabakova überdies zu der tonalen Musik, im Gegenteil: Sie hat ein ausgesprochen unverkrampftes Verständnis von zeitgenössischem Schaffen - melodisch reich, emotional und sinnlich in den Texturen, in ihr findet das Moderne neben dem Überlieferten Platz und umgekehrt. Eine Musik, die nicht nur für jedes Konzertprogramm eine Bereicherung, sondern auch für Vertanzungen, für Ballette und szenische Umsetzungen jeglicher Art geradezu prädestiniert ist. Die Schubert Arpeggione Sonata, eine Bearbeitung für Viola und Streichorchester, welche auf den ersten Blick eine höchst unwahrscheinliche Kandidatin für die Umwandlung in ein vollwertiges Bratschenkonzert zu sein scheint, lässt bei genauerer Betrachtung der Partitur jedoch etwas anderes erkennen, zumal das Klavier im musikalischen Aufbau eine eher untergeordnete Rolle spielt. Diese einfallsreiche Bearbeitung für Streichorchester, welche auf den innigen Geist des Originals abgestimmt ist, wird nun ein weiteres Mal in der Ostschweiz zu hören sein: Am 11.06. in Stein, am 12.06. in Trogen und am 14.06. in Appenzell mit dem Appenzeller Kammerorchester unter der Leitung von Peter Grob.
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Bohuslav Martinů - Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 (3. Fassung)
Geprägt durch Vielfalt ist Bohuslav Martinůs Schaffen, so finden sich in seinen Werken Verweise auf den französischen Impressionismus, den amerikanischen Jazz aber auch Anleihen an die Renaissance und an den Barock, Grundkonstanten sind jedoch immer erkennbar. Bemerkenswert differenziert ist Martinůs Rhythmik, die eine reizvolle Spannung zwischen regelmässigen und unregelmässigen Elementen sowie ständige Taktwechsel hervorbringt. Die Harmonik ist relativ traditionell, zeigt jedoch eine ganz eigene Ausprägung, es entstehen komplett neue Zusammenhänge und Klangfarben, das Festhalten an einer erweiterten Tonalität schliesst aber teilweise harsche Dissonanzbildungen nicht aus. Herkömmlichen Formen zieht Martinů freieren, rhapsodischen Mustern vor, der Fokus seiner Musik ist nicht so sehr thematisch, sondern vielmehr von Motiven geprägt, die einer vielschichtigen Verwandlung unterzogen werden. Nach wie vor wird diese Musik in den Konzertsälen ausserhalb Tschechiens leider viel zu selten gespielt, auch in der Schweiz, obwohl Bohuslav Martinů seine letzten Lebensjahre in Basel verbracht hatte. Verpasst wird damit die Chance, in den Genuss einer ausnehmend prachtvollen Klangentfaltung, auch eines ganz eigenen Idioms zu kommen. Für diesen besonderen Moment wird das Tonhalle-Orchester Zürich mit dem Konzert für Violoncello und Orchester Nr.1 in der 3. Fassung sorgen. Ein farbenfrohes Allegro, ein expressives Andante und ein leichtfüssiges Finale 1930 angelegt als neoklassizistisches Concerto Grosso, 1955 in seiner 3. Fassung zum symphonischen Solistenkonzert ausgebaut - am 06.06. und am 07.06. in Zürich unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada, am Violoncello keine geringere als Sol Gabetta.
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Funktion
Vereinigter Bühnen-und Konzert-Vertrieb
Exklusivvertretung der Musikverlage Schott Music,
Universal Edition und diverser Subverlage
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Aufführungen
Samstag,
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Sonntag,