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Arvo Pärt - Fratres

Die Musik des estnischen Komponisten Arvo Pärt ist, um einen Vergleich herzustellen, das genaue Gegenteil der Barockmusik. Während die Ästhetik des Barocks Komplexität, Bewegung, Expressivität und Virtuosität hervorhebt, pflegt Pärt einen strengen tonalen Stil, den er „Tintinnabuli-Stil“ nennt - also das Komponieren auf der Basis von nur zwei Melodielinien - und der von mittelalterlichen Gesängen und der Polyphonie der Renaissance inspiriert ist. Die Basis seiner Musik liegt in der Reduktion, und wer seine inzwischen Kultstatus erlangten Kompositionen kennt, weiss, was damit gemeint ist: Litaneiartige Wiederholungen von Grundformeln, äusserst reduzierte harmonische Entwicklungen, eine Musik voller Statik, die jedoch gerade in ihrem Understatement eine beeindruckende Intensität entfaltet. In Pärts eigenem „Tintinnabuli”-Stil komponiert, ermöglicht Fratres unterschiedliche Besetzungsversionen, da es nicht an eine konkrete Klangfarbe gebunden ist. Obwohl er keine historischen Instrumente angegeben hat, ergänzen die Klarheit der Intonation und die Transparenz ihres Klangs die Transzendenz der schon beinahe hypnotisierenden Harmonie. Mittelalterlich und modern, zurückgezogen und weltenvereinend, eingentlich beinahe keine Musik und doch so viel mehr: Arvo Pärt zeigt in seinen Werken, wie komplex Einfachheit manchmal sein kann. Ein weiteres Mal zu hören ist dieses sehr oft aufgeführte Werk Fratres in der Fassung für Violine, Streichorchester und Schlagzeug am 04.07. in St. Gallen und am 05.07. in Wattwil  mit dem Ensemble 25 unter der Leitung von Hermann Ostendarp.

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Jean Sibelius - 3. Symphonie C-Dur

In den Jahren zwischen 1904 bis 1907 komponierte Jean Sibelius die 3. Symphonie, in einer Zeit also, in welcher sich der Künstler in Finnland bereits zu etablieren begonnen hatte. Während seine ersten beiden Sinfonien mehr oder weniger als nationalromantisch bezeichnet werden können, entzieht sich die dritte jeglicher Kategorisierung. Sie ist zweifellos ein Übergangswerk, eine Tendenz zu einer Art Klassizismus wurde ihr in zahlreichen Konzertbesprechungen auch ab und an zugeschrieben. Der Grund für diese Charakterisierung liegt höchstwahrscheinlich im ersten Satz, dem Allegro moderato, der mit einer sicheren und natürlichen Grazie orchestriert ist. Die Form des Satzes entspricht beinahe ein wenig einer konventionellen Sonaten-Allegro-Form mit Exposition, Durchführung, Reprise und Coda, auch wenn etwas unklar ist, wo genau ein Abschnitt endet und ein anderer beginnt. Ein klassisches Stilideal mit seinem zurückhaltenden Temperament und einer kammermusikalischen Charakteristik ist unverkennbar. Mit Ausnahme der vier Hörner und der drei Posaunen bedient sich Jean Sibelius des klassischen Wiener Orchesters, lässt die Streicher dominieren und beschränkt die Kraft der Blechbläser auf wenige Momente. Der erste Satz weist einen erhöhten, treibenden Puls und eine klare Richtung auf, der zweite Satz mit seiner pastoralen und meditativen Stimmung wiederum ist unkomplizierte Musik, während der dritte zu den verwegendsten Sätzen zählt, die Jean Sibelius bis zu diesem Zeitpunkt je geschaffen hatte. Dieses spannende Ringen zwischen verschiedenen Motivzellen, Harmonien und Rhythmen ist nun auf das Ende dieser Saison 2025/2026 mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von Thomas Adès zu erleben - am 24.06. und am 25.06. in der Tonhalle am See.

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Schott journal

Nicht wenige Orchester und Ensembles auf internationaler und natürlich auch auf nationaler Ebene haben sich fast gänzlich dem Streicherklang verschrieben, setzen sich also aus Streichinstrumenten zusammen, so beispielsweise die Camerata Bern, das Zürcher Kammerorchester, die Camerata Zürich und die Festival Strings Lucerne. Diese spezifische klangliche Zusammensetzung bietet nicht lediglich technische und organisatorische Vorzüge, da die Bogeninstrumente Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass derselben Familie angehören, sozusagen miteinander verschmelzen, kann ein homogener und geschlossener Klangkörper erzeugt werden: Von sehr zart und filigran bis hin zu kraftvoll und intensiv, ohne dass die Balance zwischen verschiedenen anderen Instrumentengruppen wie zum Beispiel den Bläsern neu austariert werden muss. Dieser Konzentration auf eine Instrumentengruppe trägt nun die jüngste Ausgabe des Schott journals mit dem aussagekräftigen Titel ‘A Matter of Strings’ Rechnung. Zur Aufgabe gemacht hat es sich die Redaktion von Schott Music, eine breite Palette an Streichorchesterwerken, vornehmlich aus den vergangenen 20 Jahren, zusammenzustellen. Die Ausbeute ist überzeugend, die Vielfalt beeindruckend. Hinweise auf Uraufführungen weltweit, einmal mehr auf das Hans Werner Henze-Jubliäumsjahr 2026 und wertvolle Tipps für Programmplanungen bilden auch in dieser Ausgabe des Schott journals die Themenschwerpunkte.

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Funktion

Vereinigter Bühnen-und Konzert-Vertrieb
Exklusivvertretung der Musikverlage Schott Music,
Universal Edition und diverser Subverlage
Weitere Informationen

Aufführungen

Mittwoch,

Frank Martin

Concerto für 7 Blasinstrumente, Pauken, Schlagzeug und Streichorchester
Mit dem Orchestre de la Suisse Romande
Dirigent/chef d'orchestre: Zofia Kiniorska
SolistIn:
Genève (Scène Ella Fitzgerald)

Samstag,

Arvo Pärt

Fratres für Violine, Streichorchester und Schlagzeug
Mit dem Ensemble 25
Dirigent/chef d'orchestre: Herrmann Ostendarp
SolistIn:
St. Gallen (Kirche St. Mangen)

Sonntag,

Arvo Pärt

Fratres für Violine, Streichorchester und Schlagzeug
Mit dem Ensemble 25
Dirigent/chef d'orchestre: Herrmann Ostendarp
SolistIn:
Wattwil (Katholische Kirche)

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