Luigi Dallapiccola - Piccola Musica Notturna

Mit seiner Piccola musica notturna schuf Luigi Dallpiccola eine „Kleine Nachtmusik“ des 20. Jahrhunderts, deren Struktur weit mehr von nächtlicher Atmosphäre zeugt als Mozarts gleichnamige Streicherserenade. In einem mehr als ruhigen Tempo tauschen drei solistische Holzbläser zarte Kantilenen aus, die von drei Streichinstrumenten sekundiert werden. Celesta und Harfe färben den Klang im Wechsel schattenhaft oder nächtlich dunkel ein. Das einsätzige Stück wurde 1968 komponiert und gehört damit in die dritte und letzte Schaffensphase des italienischen Komponisten. Sein lebenslanges Bekenntnis zu humanitären Aspekten, welche in vor allem in die Oper Il prigioniero eingeflossen sind, und die selbständige Aneignung der Zwölftontechnik sind Merkmale seines Schaffens. Der Partitur vorangestellt ist ein Gedicht von Antonio Machado mit dem Titel „Sommernacht“, und tatsächlich spiegelt Dallapiccolas Musik den magischen Realismus dieses Gedichtes wider, indem sie dessen traumhafte und übersinnliche Dimensionen hinter einer nüchternen Fassade aufzeigt. Klangfarben und Dynamik spielen daher eine entscheidende Rolle in der Konzeption dieses Stücks, nicht zu vergessen der melodische Aspekt, der vollständig auf kleinen chromatischen Intervallen basiert und fast ausschliesslich aus der von der Klarinette in den ersten drei Takten vorgestellten Phrase hervorgeht: Diese Phrase wird mehrfach von verschiedenen Instrumenten aufgegriffen, in ihrer ursprünglichen Form oder umgekehrt, vollständig oder in Fragmenten, nach Verfahren, die von der Zwölftonmusik abgeleitet sind. Freuen darf man sich auf eine aussergewöhnliche Klangreise mit dem Jugend-Sinfonie Orchester Aargau am 09.08. in Boswil, am14.08. in Zürich, am 16.08. in Aarau und am 21.08. in Lenzburg unter der Leitung von Hugo Bollschweiler.

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