Joseph Martin Kraus - Incidental Music to Olympie
Ein deutscher Zeitgenosse Mozarts war der Komponist Joseph Martin Kraus, der den grössten Teil seiner kurzen Karriere am schwedischen Hofe Gustavs III. in Stockholm verbrachte. Seine unter anderen auch von Joseph Haydn und Gluck bewunderte Musik, zeichnet sich durch eine feurige, leidenschaftliche Qualität aus, die oft mit dem Haydn der frühen 1770er Jahre, der sogenannten Sturm und Drang-Zeit verglichen wird. Doch obwohl offensichtliche Parallelen zu Haydn erkennbar sind, ist seine Musik der 1780er Jahre stilistisch fortgeschrittener; man kann diesen Stil vielleicht besser als Teil der norddeutschen symphonischen Tradition betrachten. 1782 für eine schwedische Adaption der gleichnamigen Tragödie von Voltaire in d-Moll komponiert, handelt es sich bei Incidental Music to Olympie um eine klassische Schauspielmusik für Orchester, bestehend aus 7 Sätzen - Ouvertüre, Marsch sowie Zwischen- und Nachaktmusiken. Mit 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotten, 2 Hörnern und Streichern eher klein besetzt, ist es einem Klangkörper nichtsdestotrotz möglich, einen ausdrucksstarken, dunklen und dramatischen Ausdruck zu erzeugen. Keiner echten Tragik weicht die Musik aus, verbindet hochemotionale Ausbrüche mit eleganter klassischer Formstrenge und unterstreicht Kraus’ Ruf als eigenständiger „schwedischer Mozart“. Auf internationaler Tournee unterwegs ist das Kammerorchester Basel mit diesem bemerkenswerten Stück im Oktober, Dezember und im Januar, den Auftakt bildet die Aufführung am 20.10. in Den Haag unter der Leitung von Kristian Bezuidenhout.