Erich Wolfgang Korngold - Eine Musik zu Shakespeares 'Viel Lärmen um nichts'

Das bemerkenswerte Revival, welches die Musik Erich Wolfgang Korngolds in den vergangenen Jahren erlebt, umfasst erfreulicherweise auch schlanker gehaltene Konzertwerke. Korngold, einst als Wunderkind in Wien gefeiert, während des Nationalsozialismus in die Vereinigten Staaten emigriert, machte sich im amerikanischen Exil vornehmlich als Komponist von Filmmusiken einen Namen, ein Genre, welches er förmlich revolutioniert hatte. Insbesondere seine Schauspielmusiken kann man als Vorläufer seiner passgenau inspirierten Kompositionen für das Kino ansehen. Einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat seine Musik zu Shakespeares Viel Lärmen um Nichts. Diese durchaus eigenständige Komposition folgt der Tradition der klassischen Bühnenmusik, wobei Korngold hier selbstbewusst eigene, allerdings stets der Handlung entsprechende Akzente setzt. Der Komponist geht allerdings noch über die traditionell mehr als Lückenfüller bestimmte Funktion hinaus, indem er auch gesprochene Passagen in Form eines Melodrams einwebt ganz der jeweiligen Stimmungslage des Textes folgend. Insgesamt trägt diese Schauspielmusik der heiteren Grundstimmung der Komödie Rechnung. Die quirlig originelle Musik ist aber auch ohne das Theaterstück, als reines Konzertstück durchaus reizvoll und unterstreicht in den insgesamt 17 Nummern den Einfallsreichtum Korngolds. Auszüge aus dieser Musik aufgeführt werden am 23.10. vom Ensemble 900 unter der Leitung von Francesco Bossaglia in der Aula des Conservatorio della Svizzera Italiana.

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