Arnold Schönberg - Moses und Aron

Wie keine zweite steht die Oper Moses und Aron von Arnold Schönberg für den Aufbruch in das Neue und Unbekannte, die Frage nach Gott und dem Absoluten, das Ringen um Ausdrucksform und musikalische Sprache. Mehr noch ist das Werk eines der gelungensten Versuch Schönbergs Moses und Aron seine philosophischen Überlegungen mit seiner Kunst zu verbinden. Es ist ein Werk, das auf vielen verschiedenen Ebenen betrachtet werden kann: als Beispiel für sein Zwölftonsystem, als biblischer Kommentar oder als Versuch, die Probleme zu ergründen, mit denen das Judentum in der modernen Welt konfrontiert ist. Zur Handlung so viel: Moses wird vom biblischen Gott damit beauftragt, das Volk Israel von falschen Göttern und aus der ägyptischen Knechtschaft zu befreien. Da Moses sich dem Auftrag zuerst verweigert, stellt ihm Gott seinen Bruder Aron zur Seite. Und so kämpfen die ungleichen Brüder in der Wüste um die Vermittlung des nicht wirklich Vermittelbaren und um die Befreiung des Volkes aus Unmündigkeit und politischer Knechtschaft. Aron mit wohlformulierter Rede, mit Tanz und Ekstase, während Moses um Ausdruck und Reinheit seiner religiösen Vision ringt, um verzweifelt zu folgern: »O Wort, du Wort, das mir fehlt!« Mit diesem Satz endet die Oper, die Arnold Schönberg mit seinem Tod 1951 nach über zwanzig Jahren der Beschäftigung unvollendet hinterliess. Moses und Aron ist ein im besten Sinne herausforderndes Schlüsselwerk des Musiktheaters, ein stilistisch enorm vielschichtiges Werk mit Sprechgesang, gewaltigen Chören und faszinierenden Klangbildern aus polyphonen Stimmführungen, abwechslungsreicher Instrumentation und abgestufter Dynamik. Ab dem 03.10. zu sehen und zu hören ist die Oper am Theater Basel mit dem Sinfonieorchester Basel unter der Leitung von André de Ridder.

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