Alexander Zemlinsky - Der Zwerg

Ein grosses Fest wird am spanischen Hof gegeben, um den Geburtstag der Kronprinzessin zu feiern. Prächtige Geschenke werden aufgefahren: eine goldene Rose mit Dornen aus Edelstein vom Papst, ein Kostüm aus tausend Perlen vom König, zwei prächtige Pferde vom Kaiser. «Doch das Schönste …», so der Haushofmeister, «ist scheusslich»! Ein Sultan hat einen Zwerg als Geschenk geschickt – ein Wesen mit einem einfühlsamen Herzen, das jedoch dazu verdammt ist, für nichts als Unterhaltung zu sorgen. Da er sein Spiegelbild noch nie gesehen hat, ist sich der Zwerg seines Aussehens nicht bewusst und lebt in der Illusion, ein unwiderstehlicher Adonis zu sein. Selbstverständlich verliebt er sich in die Prinzessin, die das Spiel zunächst mitspielt. Er ist selig und sieht sich schon als Geliebter der jungen Frau. Doch plötzlich steht er zum ersten Mal seinem eigenen Spiegelbild gegenüber und zerbricht daran. Mit gebrochenem Herzen stirbt er inmitten der Festgesellschaft, welche unbekümmert und gleichgültig weiterfeiert. Der Zwerg, nach einer Erzählung von Oscar Wilde, ist Alexander von Zemlinskys wohl bekannteste und stärkste Oper. Einer Musik, die sich zwischen Spätromantik und Moderne bewegt, innerhalb der Grenzen der Tonalität schräg abgründig klingt und vor allem faszinierend lautmalerisch erzählt. Text und Musik sind perfekt aufeinander abgestimmt, die musikalischen und formalen Elemente nahtlos ineinander verwoben. Präsentiert wird diese Welt, in welcher Äusserlichkeiten, mehr Schein als Sein an ersten Stelle stehen nun in auf das Ende dieser Saison ab dem 26.04. an der Opéra de Lausanne mit dem Orchestre de Chambre de Lausanne unter der Leitung von Elisabeth Lee Sora.

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